Oi,
Da bin ich wieder!
Also in der Nacht von Samstag zu Sonntag und in der Nacht von Sonntag zu Montag, fand das groesste Fest im Jahr statt, namens "Axé". Axé ist nebenbei auch gleich die Musikrichtung die dort gespielt wird. Das ganze war erst ab 16, aber zum Glueck habe ich ja schon volle 16 Jahre. Es gab dort 3 Kategorien: "Pista", "Camarote" und noch eins, was mir aber grade nicht einfaellt. Pista war das billigste, wo ich auch hingegangen bin. Dort musste man sich halt alles selber kaufen, was man so an Verpflegung grade brauchte. Camarote war dann schon etwas teurer, aber dafuer konnte man trinken und essen soviel man wollte. Es gab halt so ein extra Gebauede fuer Camarote, was auch ueberdeckt war. Sie konnten aber jeder Zeit auch runter zu den "Pistaleuten". Denn unten war der LKW mit der Band der immer im Kreis gefahren ist. Alle Leute sind dem LKW hinterher gelaufen und haben getanzt bis zum geht nicht mehr. Die Leute die weder Pista noch Camarote gegangen sind, konnten ueberall hin. Sogar auf den LKW, wo die Band gespielt hat. Als Eintritt hatte man ein T-Shirt bekommen, was aber jeweils der Kategorien anders war. Das von Pista war mehr so bunt und ist nicht so einfach zu erklaeren...
Das von Camarote war schwarz und mit grauen Flecken drauf und das von den anderen war grau. Jeder hat die gleiche Groesse bekommen und ich haette es so gut wie als Schlafhemd benutzen koennen. Jedoch noch vor der Party, hat es sich jeder zurecht schneidern lassen. Ich ebenfalls.
Alles hat am Samstag Abend um 22:00 Uhr angefangen, jedoch sind die meistens erst um 23 oder 24 Uhr eingetrudelt. Ich bin mit Marie und Carol (2 Freundinnen) hingegangen, aber haben dort noch sehr viele Freunde getroffen. Um halb 6 sind wir dann nach Hause gefahren und haben uns gleich ins Bett geschmissen.
Ich musste allerdings um 12 Uhr wieder aufstehen, weil bei uns Zuhause mein Onkel und meine Tante aus São Paulo zu Besuch waren. Ca. 21 Uhr bin ich dann auch wieder zu Marie gefahren, damit wir uns fuer den naechsten Abend fertig machen konnten. Es fing das gleiche von vorne an und wir sind bis halb 8 morgens geblieben. Wir mussten noch eine Weile auf das Auto warten und es war ziemlich kalt. Ich habe mir dann eine Erkaeltung zugezogen und lag am Montagabend mit Fieber und extrem starken Halsschmerzen im Bett. Ich habe dann noch ein paar Medikamente zu mir genommen und dann gings mir am Dienstagmorgen schon etwas besser.
Jedoch wurde der Dienstag nicht so ein schoener Tag. Ich bin zuhause geblieben und bin nicht zur Schule gegangen. Morgens um 8 Uhr kam ploetzlich meine Mutter halb weinend in mein Zimmer und meinte, dass die Oma gestorben ist. Ich sollte dann schnell zur Schule von Marcella und Artur und die beiden abholen. Also habe ich mich schnell angezogen und bin zum Direktor und habe ihm die Geschichte erzaehlt. Eine Angestellte hat dann die beiden aus den Klassenraeumen geholt und wir sind kurz nach Hause. Da haben sie ihre Schulsachen abgelegt und dann sind wir auch gleich ins Krankenhaus.
Vor dem Krankenhaus haben dann auch schon ein paar Familienmitglieder gewartet. Alle waren am weinen und es war auch irgendwie hart fuer mich, weil ich sie immerhin auch kannte. Die Brasilianer sind ja sowieso schon sehr emotional...
Wir sind dann rein ins Krankenhaus und in das Zimmer, wo sie lag, gegangen. Da habe ich dann auch zum ersten mal jemanden tot liegen sehen, den ich dann auch noch kannte. Alle haben sich um sie gestellt und meine Mutter hat dann gebetet.
Spaeter sind Artur und ich nach Hause, weil ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte und er auch noch was machen musste. Die anderen sind alle in die Kirche gefahren. Am Abend sind Artur und ich auch dorthin gefahren und haben dann auch die anderen wieder getroffen. Ich habe dann auch zum ersten mal meine 2 Cousins aus Brasilia getroffen.
Naja, jedenfalls war das ein sehr trauriger Abend. Dennoch konnte ich Marcella ein wenig zum lachen bringen...
Am Mittwoch sind wir alle schon halb 6 aufgestanden, um zur Beerdigung zu fahren. Zuerst sind wir wieder in die Kirche gefahren, wo dann auch die Oma im Saag lag. Wie gestern haben alle Lieder gesungen und haben sie auch verabschiedet. Der Saag wurde dann verschlossen und mit dem Auto zum Friedhof gebracht. Es gab eine riesige Autoschlange mit ca. 30 Autos, die zum Friedhof gefahren sind. Dann sind wir auch schon am Grab angekommen und der Saag wurde nochmal kurz geoeffnet. Alle Familienglieder konnten sich nochmal kurz verabschieden und dann wurde der Saag auch schon hinab gelassen. Wieder flossen saemtliche Traenen.
Nun, das war die erste Beerdigung, die ich in meinem Leben mitbekommen habe. Nochmal sowas erleben will ich allerdings nicht...wer will das schon?
Das wars dann auch schon wieder!
Bis demnaechst,
Deine
Landa ^^
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